Der Leitfaden für Content-Vermarkter, um den Blog mit Medium auszubauen

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Das Internet ist ein wilder und unglaublich kreativer Ort.

Jeden Tag werden zahlreiche Webseiten geboren. Aber nur wenige können sich einen Namen machen. Laut Netcraft, sind 75% der Webseiten nicht einmal aktiv. Es sind geparkte Domains und dergleichen.

Deswegen machen intelligente Webmaster ihr eigenes Ding und erstellen eine komplett neue E-Mail-Liste. So bauen sie ein nachhaltiges Unternehmen mit einem treuen Publikum auf.

Aber Deine Webseite ist nur ein winziger Tropfen im Internet-Ozean. Wenn Du Facebook oder Google nicht nutzen kannst, musst Du auf andere beliebte Webseiten zurückgreifen, um Reichweite für Deine Marke zu gewinnen.

Deswegen funktionierst Du Deine Inhalte um, schreibst Gast-Beiträge, machst Social-Media-Marketing, führst Suchmaschinenoptimierung durch und so weiter. Es ist immer gut, neue Zielgruppen zu erreichen.

Es gibt viele neue Webseiten und Plattformen, mit denen Du Dich NICHT beschäftigen solltest, weil sie nur Zeitverschwendung sind. Aber in diesem Artikel möchte ich über eine Plattform sprechen, die nicht dazu gehört…

Medium.

Es ist eine wirksame Blogging-Plattform mit einem hungrigen Publikum, das außergewöhnliche Inhalte lesen will. Medium wurde 2012 von Twitter Mitbegründer Evan Williams entwickelt. Evan wollte Twitter-Nutzern eine Option bieten, um Texte mit mehr als 140 Zeichen zu veröffentlichen.

Nun hat sich Medium zu einer unabhängigen Marke mit exklusiven Veröffentlichungen und Blogs weiterentwickelt. Es ist der perfekter Ort für unersättliche Leser. Deswegen ist es eine tolle Plattform, um die Reichweite Deiner Marke zu erweitern.

In diesem Beitrag von Oktober 2015, beschreibt Evan die Plattform perfekt:

Auf Medium werden Ideen ausgetauscht. Denker und Schöpfer, die eine Geschichte zu erzählen haben, finden hier ihr Publikum, bewegen Menschen und bringen uns alle zusammen.

Willst Du, dass Deine Inhalte von 30 Millionen Besuchern gelesen werden?

Dann kommt hier eine einfache Anleitung, mit der Du die Sichtbarkeit Deiner Inhalte auf Medium steigern kannst.

Veröffentliche Deine Blog Inhalte erneut auf Medium

Medium ist eine intuitive Plattform für Blogger mit einer WYSIWYG (what you see is what you get) Benutzeroberfläche. Und sie hat ein einfaches Sharing-System, ähnlich wie Twitter. Leser können einen Artikel empfehlen oder teilen.

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Desweiteren kann jedem Inhalt ein Thema zugewiesen werden und für Werbezwecke eingereicht werden. Später erkläre ich Dir, wie Du relevante Veröffentlichungen für Deine Inhalte auswählst und warum das wichtig ist.

Lade Dir diese Anleitung für Content-Vermarkter herunter um Deinen Blog mit Medium auszubauen.

Auf Medium herrscht ein anderes Interaktionsniveau, das Du nutzen kannst. Wenn Du einen Text auswählst, hast Du 4 Optionen (siehe Abbildung unten).

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Die erste Option hebt den Text mit einer grünen Markierung hervor. Mit der Sprechblase kannst Du eine Antwort schreiben und den markierten Text einfügen. Das Twitter-Icon funktioniert wie ein Click-to-Tweet Kästchen. Und mit dem Schloss-Symbol kannst Du private Notizen hinzufügen.

Du hast auch ein persönliches Status-Dashboard, das die Leistung der Geschichten, die Du auf Medium veröffentlichst, zeigt.

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Willst Du ausführlichere Informationen?

Dann zeigt Dir das Analyse-Dashboard eine Aufschlüsselung der Traffic-Quellen.

Wenn Du neu bei Medium bist, musst Du Dich erst anmelden.

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Ich rate Dir, Dich mit Deinem bestehenden Twitter/Facebook Konto anzumelden, dann musst Du Dir kein neues Publikum aufbauen. Selbst wenn Du Dich mit Deiner E-Mail-Adresse anmeldest, hast Du unter Einstellungen die Möglichkeit, Dich mit Deinen Social-Media-Accounts zu verbinden.

Als nächstes musst Du ein paar Interessen auswählen, damit der Medium Feed mit interaktiven Inhalten von tollen Menschen gefüllt wird.

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Dann kannst Du einige relevante Veröffentlichungen, Tags und Menschen, denen Du folgen willst, auswählen.

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Wenn Du Deinen Twitter-Account mit Medium synchronisiert hast, dann:

  • Ist Dein Twitter-Nutzername die Standard-Einstellung
  • Bekommst Du Twitter-Follower, die auf Medium sind
  • Wird Dein Profilbild und die 160 Zeichen-Biografie übernommen

Wenn Du startklar bist, musst Du eine neue Geschichte aus dem Drop-Down-Menü erstellen.

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Ich würde vorschlagen, dass Du keinen neuen Beitrag schreibst. Deine alten Evergreen-Inhalte können einen Frühjahrsputz und eine Neuveröffentlichung gebrauchen. Also grab ein paar alte, gute und lange Artikel aus, denn das Medium-Publikum liebt solche Beiträge.

Mit Medium kannst Du Deine Geschichten auch von anderen Plattformen importieren. Wähle im Drop-Down-Menü „Stories“ aus.

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Dann klick auf „Import a story„.

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Wenn Du einen Link in Deinen Blog-Beitrag integriert hast, kannst Du ihn auf Medium öffnen und bearbeiten. Merkt Dir, dass Du auf Medium nur eigene Geschichten importieren kannst (Du musst sie besitzen/erstellt haben/die Rechte besitzen). Importierten Beiträgen wird automatisch am Ende einer Notiz hinzugefügt, die auf den Original-Link des Artikel verweist.

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Wenn Du gerade erst einen neuen Blog startest, musst Du wahrscheinlich etwas mehr Zeit investieren, um Dein Medium-Publikum mit Inhalten zu versorgen. Deine Leser wollen nicht schon wieder die gleichen Inhalte, die sie vor einer Woche auf Deinem Blog gelesen haben.

Profi-Tipp: Wenn Du in Deinen Analysen wühlst, kannst Du alte Beträge finden, die sich dafür eignen, die Reichweite Deiner Marke zu erhöhen. Also logg Dich bei Google Analytics ein und geh auf Verhalten >> Seiten Inhalt. Dann ändere Dein Filter-Datum.

Hier sind die besten Beiträge auf Buffer von Juli 2014 bis Juli 2015.

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Buffer hat diese Strategie auf Medium umgesetzt, weil sie hofften, dass ihr Twitter-Publikum die alten Evergreen-Inhalte noch nicht gesehen hatte. Ihre Aufrufe sind in nur wenigen Tagen von 528 auf 12.226 gesprungen und um 1215% gestiegen.

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Eiene exzellente Formatierung und ein Zeitplan sind wichtig, um auf Medium erfolgreich zu sein

Auch wenn sich gute Geschichten auf Medium wie verrückt verbreiten, kannst Du mit der Gestaltung Deiner Inhalte nicht nachlässig sein. Das Design der Plattform ist minimalistisch und Du musst Deinen Lesern unbedingt eine schöne und angenehme Leseerfahrung bieten.

Hier sind die grundlegenden Formatierungsanforderungen auf Medium:

  • Großzügige weiße Flächen, damit das Verständnis um bis zu 20% gesteigert wird.
  • Du kannst keine verrückten Schriftarten verwenden, weil Comic Sans nervt. Du kannst die Schriftart, Größe und Farbe auch nicht ändern.
  • Du musst die Zeit angeben, die zum Lesen des Beitrags benötigt wird. Da optimale Beiträge in 7 Minuten gelesen werden können und 3-Minuten Beiträge die beliebtesten sind… weichen die Daten ab. Insgesamt funktionieren Beiträge, bei denen sich der Autor Mühe gegeben hat, gut.image03Neben den gewöhnlichen Kopfzeilen-Tags und fett und kursiv Optionen, bietet Medium außerdem Initialbuchstaben und Trennungs-Formatierungen. Und Du kannst auch Inhalte von Social-Media-Plattformen einbetten.

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  • Ich würde Dir empfehlen, Zitate zu integrieren, um wichtige Botschaften besser rüberzubringen. So erhält Dein Beitrag dank der Markierungsfunktion von Medium mehr Interaktion.
  • Füge über Deinem Beitrag immer ein ansprechendes Bildelement ein. Wie Larry Kim zeigt.

„Das Einfügen eines Bildes garantiert einen Platz im mobilen News Feed, der sich lohnt. Ohne das Bild sehen die Nutzer nur ein paar Zeilen Deines Artikels (das ist langweilig).“

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Insgesamt sorgt Medium Team, dem Nutzer eine tolle Leseerfahrung zu bieten. Ich würde Dir empfehlen, Dir den schönen schönen Geschichten-Bereich auf Medium mal anzusehen. Dort siehst Du Beispiele der Formatierungsmöglichkeiten bei Medium.

Hier ist der Anfang einer Geschichte, die ich aus diesem Bereich übernommen habe.

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Wenn Du noch mehr Hilfe brauchst, solltest Du diese ausführliche Hilfe über Formatierung von Medium lesen.

Der nächste wichtige Aspekt, der Dir helfen kann, bei Medium durchzustarten, ist die regelmäßige Veröffentlichung von Inhalten. Dann wartet Dein Publikum auf neue Geschichten.

Eine Person, die diese Technik beherrscht, ist der Gastgeber des Unmistakable Creative Podcast – Srinivas Rao.

Er hat immer dienstags, donnerstags und samstags einen Beitrag auf Medium veröffentlicht. Einer seiner Artikel – Wie das Schreiben von 1000 Wörtern am Tag mein Leben verändert hat – wurde viral. Und ein Redakteur bei Penguin wurde darauf aufmerksam.

Das Ergebnis?

Er hat einen Vertrag mit dem Herausgeber bekommen.

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Srini ist mit seiner Domain zu Medium umgezogen und es ist die drittgrößte Traffic-Quelle seiner Webseite.

Auch Larry Kim veröffentlicht regelmäßig interessante Inhalte und gewinnt jede Woche ein paar tausend Follower. Jede Geschichte, die er veröffentlicht, wird von einem stetig wachsenden Publikum gesehen.

Das Werbe 1×1 für Medium-Artikel

Wenn Du eine Geschichte veröffentlicht hast, wird sie Deinen Followern im Feed angezeigt. Du kannst außerdem bis zu 3 Seiten pro Geschichte markieren.

Aber Du musst Dich bei der Bewerbung Deiner Inhalte anstrengen. Ein Geheimtipp, um Deine Inhalte mit hunderttausenden Lesern zu teilen, ist, in einem relevanten Artikel genannt zu werden.

Ich wünschte ich könnte Dir sagen, dass sich der Erfolg bei Medium sofort einstellt. Aber das ist nicht der Fall. Ein gutes Beispiel ist der Versuch von Marie Poulin, einen ihrer Artikel auf 3 Plattformen zu veröffentlichen – auf ihrem Persona-Blog, als Gast-Beitrag und auf Medium.

Der Artikel auf Medium wurde viral und erzielte 97.000 Aufrufe. Das half Marie dabei, neue Kunden zu erreichen und sie bekam sogar ein paar Auftritte als Redner.

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Das zeigt auch, dass Inhalte, die auf anderen Plattformen nicht funktioniert haben, auf Medium trotzdem funktionieren können. Du musst mit der Plattform experimentieren. Buffer hat vor kurzem ein Experiment auf Medium durchgeführt und in diesem Beitrag 9 Lektionen geteilt.

Hier ist ein weiterer wertvoller Tipp von Wordstream:

Lösch Deinen Beitrag, wenn er weniger als 1000 Aufrufe und 50 Herzen hat. Dann veröffentliche ihn erneut, wenn Du ihn überarbeitet hast.

Da sich der Erfolg auf Medium zufällig einstellt, kannst Du davon ausgehen, dass ein Artikel, der beim ersten Mal nicht gut funktioniert hat, beim nächsten Mal gut funktioniert. Sorg dafür, dass Du Deine Überschrift und die Bilder änderst, damit Dein Artikel frischer wirkt.

Bezahl, um Deinen Inhalten mehr Sichtbarkeit zu verschaffen und mehr „Herzen“ zu bekommen.

Es ist immer gut, kostenlos mehr Sichtbarkeit zu bekommen. Aber die reine Menge an Qualitäts-Inhalten, die im Sekundentakt veröffentlicht werden, schreit geradezu nach bezahlter Werbung, um die Sichtbarkeit Deiner Inhalte zu verbessern. Sorg dafür, dass Deine bezahlten Anzeigen Nutzer ansprechen, die auf Medium sind. Leider hast Du auf der Plattform keine Retargeting-Möglichkeiten.

Wordstream hat festgestellt, dass Dein Artikel wahrscheinlich zum Trend wird, wenn Du über 200 Herzen auf Medium hast. Das kann die Zahl Deiner Seitenaufrufe drastisch steigern, denn Dein Beitrag wird den Medium-Nutzern als Empfehlung angezeigt.

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Diese zusätzlichen Aufrufe werden für mehr Sichtbarkeit Deiner Marke sorgen und Du gewinnst mehr Kunden.

Sei vorsichtig beim Sharecropping

Letztendlich ist Medium eine Plattform Dritter. Es gibt keine Garantie dafür, dass die Webseite in fünf Jahren noch existiert. Du erhältst keine tiefen Einblicke wie bei Google Analytics. Und Du bekommst nicht einmal Tools zum Aufbau von Listen, Popups, Seitenleisten und ausgefallenen CTAs.

Sich nur auf Medium zu verlassen, kann riskant sein. Dein Konto kann über Nacht gesperrt werden, wenn es gegen die Nutzungsbedingungen verstößt. Und Dein Publikum verschwindet.

Paul Jarvis hat sein Medium-Publikum auf bis zu 21.000 erweitert. Aber am 7. Januar schickte er seinen Lesern einen Brief, indem er sagte, dass er Medium aufgibt, weil er nicht länger im Hintergrund stehen will.

Er hatte sich vorgenommen, mit seiner E-Mail-Liste zu arbeiten, da er der Meinung war, dass das der beste Weg wäre, mit seinen Lesern zu kommunizieren.

Die Moral von der Geschicht:

Konzentrier Dich zuerst auf Deinen eigenen Blog.

Wenn Du keine Zeit hast, das Medium-Publikum zu versorgen, kannst Du Deine Blog-Inhalte umwidmen und auf Medium anpassen.

Die meisten Leute haben Erfolg damit, Inhalte erneut auf Medium zu veröffentlichen. Ein tolles Beispiel ist Larry Kim. Hier sind seine Statistiken.

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Fazit

Medium ist für Menschen mit qualitativ hochwertigen Ideen. Deine Qualifikationen, und Dein bisheriger Einfluss, sind zweitrangig. Es ist eine tolle Plattform, auf der Blogger ihre Reichweite ausbauen können.

Wenn Du bereits länger bloggst, dann kannst Du Deine Evergreen-Inhalte umwidmen. Aber wenn Du grad erst mit dem Bloggen beginnst, musst Du wahrscheinlich frische und interaktive Inhalte erstellen.

In diesem Artikel habe ich einige Tipps und Fallstudien von Bloggern, die auf Medium abräumen, geteilt. Ich wünsche Dir gute Erfahrungen auf der Plattform.

Hast Du mit der Veröffentlichung von Inhalten auf Medium experimentiert? Ich möchte in den Kommentaren von Deinen Ergebnissen hören!

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