8 schwache Wörter, die Du aus Deinem nächsten Blog-Post verbannen musst

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Unsere Aufmerksamkeitsspanne ist mittlerweile geringer als die eines Goldfisches – 8 Sekunden.

Das schreit geradezu danach, interessante Inhalte zu verfassen, die Antworten für die relevantesten Fragen Deines Publikums bieten.

Doch das allein reicht nicht aus. Du kannst Dir keinen einzigen schwachen Satz leisten. Ja, sogar ein wackeliges Wort, das von Deiner zentralen Idee abweicht, kann dazu führen, dass Dein Leser das Interesse verliert.

Du musst Deine Argumente ohne großes drum herumreden und mit möglichst wenigen und einfachen Worten verfassen. Dein erster Entwurf ist vielleicht sehr wahrscheinlich nicht Dein bester. Er enthält evtl. schwache oder überflüssige Wörter. Deine Argumente haben vielleicht die Tendenz, schwächer zu werden, oder es fehlt ihnen an Substanz.

Nicht nur Du hast diese Probleme. Um die 26 % der Hochschulabsolventen haben unzureichende Schreibfähigkeiten. Wir sind Teil der Internetgeneration und unsere Wortwahl und Grammatik leiden darunter.

Wenn Du Deinen Schreibstil genau unter die Lupe nimmst, wirst Du Muster erkennen. Du findest immer einige allgemeine, vage Ausdrücke, die Dich faul erscheinen lassen und Deine Glaubwürdigkeit untergraben.

Lade diesen Spickzettel mit 60 aussagekräftigen Wörtern, die Du in Deinem nächsten Blog-Post verwenden kannst, herunter.

In diesem Artikel werde ich Dir zeigen, wie Du die 8 häufigsten schwachen Wörter aus Deinen Texten verbannst. Du findest zudem eine Liste mit Alternativen und (wenn möglich) Beispiele. Lass uns Deinen Schreibstil gemeinsam verbessern.

1. Dinge/Sachen

Du verwendest diese Wörter wahrscheinlich, wenn das richtige Nomen für eine bestimmte Situation nicht genannt werden kann. Zum Beispiel: 4 Dinge, die erfolgreiche Unternehmer jeden Morgen tun.

Oder vielleicht nutzt Du es, wenn Du zwanglos und locker klingen möchtest. Zum Beispiel: Kannst Du diese Schreibsache bitte für mich erledigen?

Wenn Du Dich in einem geschäftlichen Umfeld bewegst, dann lässt Dich diese Zwanglosigkeit unprofessionell erscheinen.

Wenn Dir die übermäßige Verwendung dieser Worte auffällt, dann musst Du sie mit akkurateren und aussagekräftigeren Ausdrücken ersetzen. Erwarte von Deinem Leser nicht, dass er sich Mühe gibt, um die Bedeutung Deiner Wörter herauszufinden. Es ist viel leichter die Seite zu schließen und eine andere Webseite zu besuchen.

Du kannst die folgenden Alternativen, basierend auf dem Kontext – Strategien, Zielsetzung, Konzept, Aspekte, Elemente und Prinzipien – verwenden. Hier sind 10 Alternativen von Speakspeak.com.

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Beispiel: 4 Morgenrituale erfolgreicher Unternehmer.

 

2. Wirklich/Sehr

Diese Wörter sind schlecht, wenn sie zu häufig verwendet werden. Sie lassen Deine Aussagen vage erscheinen. Sogar Mark Twain konnte das Wort „sehr“ nicht leiden:

„Ersetze jedes „sehr“, das Du schreiben möchtest, mit „verdammt“; Dein Lektor wird es streichen. Dann ist Dein Text genau so, wie er sein sollte.“

Beispiel: Blogging ist wirklich wirkungsvoll, um Inbound-Leads zu gewinnen. Oder: SEO ist sehr wichtig für jedes Online-Unternehmen.

Die Alternative zu diesen Wörtern ist die Verwendung von aussagekräftigeren Versionen dieser Worte.

Beispiel: Ausgehungert anstatt wirklich hungrig. Oder erschöpft anstatt sehr müde.

Writerswrite hat eine ausgezeichnete Liste mit 45 Alternativen für das Wort „sehr“ zusammengestellt. Experimentiere mit ihnen. Die Alternativen funktionieren fast immer. Sogar für das Wort „wirklich“.

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Notiz: Manchmal kannst Du „sehr“ und „wirklich“ verwenden, um Deinen Worten Nachdruck zu verleihen. Doch die übermäßige Verwendung wird ihre Wirkung schwächen.

 

3. Denken/glauben/meinen

Wenn Du einen Artikel verfasst, ist bereits klar, dass Du meinst, denkst oder an Deine Ideen glaubst. Wenn Du diese Verben verwendest, erscheinst Du nur unsicher und unaufrichtig. Beginne ein neues Argument nicht mit solch einer Einleitung.

Stell stattdessen Daten, wissenschaftliche Erkenntnisse, Forschungsergebnisse und Statistiken bereit, die Deine Idee unterstützen. Komm gleich zum Punkt und verschwende nicht die Zeit Deines Lesers.

Ich teile meine Meinung oder Prognosen regelmäßig und diese Artikel sind ziemlich beliebt, denn ich sorge dafür, dass jedes Argument mit Statistiken und Ergebnissen belegt ist. Hier sind 3 solcher Artikel, die ich erst kürzlich veröffentlicht habe.

Wenn Du keine Daten hast, um Deine Aussage zu untermauern, lässt das Verbannen dieser schwachen Wörter aus Deinen Texten die Aussagen sofort glaubwürdiger erscheinen. Ich möchte Dir das gern an einem Beispiel demonstrieren.

Original: Ich denke, dass kein Hochschulabschluss notwendig ist, um ins Internet-Marketing einzusteigen.

Alternative: Du brauchst keinen Hochschulabschluss, um ins Internet-Marketing einzusteigen.

 

4. Wird/Werde/Wurde

Weißt Du, was eine der Hauptursachen für vage und schwer verständliche Texte ist?

Die Verwendung des Passivs.

Wenn Du Dir über das Subjekt nicht im klaren bist, dann willst Du evtl. gern das Passiv nutzen.

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Die Verwendung der verschiedenen Formen des Verbs „werden“ ist ein Hinweis darauf, dass Du das Passiv verwendest. Und das hat zur Folge, dass Du entscheidende Informationen auslässt.

Darüber hinaus kann es Deinen Leser verwirren. Denn wenn Dein Subjekt am passiven Ende der Handlungskette steht, werden Deine Formulierungen nur umständlicher.

Wenn es sich nicht um einen akademischen Text handelt, ist es besser, den aktiven Schreibstil zu verwenden.

Original: E-Mail-Abonnenten gingen verloren und der Traffic wurde gesenkt.

Alternative: Eine Reihe von Spam-E-Mails veranlassten E-Mail-Abonnenten dazu, sich abzumelden, wodurch der Traffic der Webseite sank.

Anmerkung: Es ist okay, das Passiv zu verwenden, wenn Du die Aufmerksamkeit der Leser auf das Objekt lenken willst. Oder wenn Du das Subjekt nicht kennst, den Lesern aber dennoch einige wichtige Informationen geben willst.

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5. Besser/Fast

Auch diese zwei Wörter symbolisieren Unklarheit.

Du kannst nicht wissen, warum ein Subjekt „besser“ ist und mit welchem Maß dieses „besser“ gemessen werden kann. „Fast“ ist eine Annäherung, die einen Zweifel beim Leser hinterlässt. Wenn Du diese Wörter zu häufig verwendest, verliert Dein Blog-Post seine Überzeugungskraft.

Deinen Lesern gezielte Informationen und Daten zu geben, ist eine gute Alternative. Lass mich das anhand eines Beispiels erläutern.

Original: Jetzt ist Dein Traffic besser.

Alternative: Dein Traffic ist viel besser, seitdem Du das Social-Media-Marketing einsetzt.

Original: Du hast den Schreibkurs fast abgeschlossen.

Alternative: Du bist nur zwei zehnminütige Lektionen davon entfernt, Deinen Schreibkurs abzuschließen.

 

6. Sensationell

Filmtitel. Werbe-Slogans. E-Mail-Verkehr. News-Feeds sozialer Netzwerke. Überschriften von Blog-Posts auf Buzzfeed.

Sieh Dich nur um und Du wirst feststellen, dass dieses Wort tagtäglich viel zu viel und falsch verwendet wird. Das Subjekt muss tatsächlich nicht überraschend, bemerkenswert, verblüffend oder wunderbar sein.

„Amazing“ oder die deutschen Entsprechungen „erstaunlich“ und „sensationell“ können sich schnell in unsere Alltagssprache einschleichen und jede allgemeine positive Empfindung ersetzen, die Dich nicht in Erstaunen versetzt oder Dein Herz höher schlagen lässt. Zum Beispiel: Meine Pflanzen zu gießen war sensationell (Du meintest vielleicht schön/befriedigend?)

Das Wort „amazing“ wird mittlerweile so häufig verwendet, dass es seine Beceutung verloren hat, so wie in der Vergangenheit auch „awesome“ (stark, toll) seinen Weg in die Umgangssprache fand. Das erinnert auch an die Verwendung der Worte „groovy“ oder „dufte“ in den 60er Jahren.

Google Bücher zeigt den folgenden Anstieg in der Verwendung des Wortes. Und hier siehst Du nur die Zunahme der Verwendung in gedruckten Büchern. Unterhaltungen auf den sozialen Netzwerken werden hier noch nicht mal mitgezählt.

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Da das Wort seinen Glanz verloren hat, empfehle ich Dir, es nur zu benutzen, wenn Du wirklich erstaunt oder verblüfft bist. Ich gehe davon aus, dass das nicht so häufig vorkommt.

Rachel Parker hat eine Liste mit 101 alternativen Begriffen zusammengestellt. So kannst Du „sensationell“ u.a. komplett aus Deinem Wortschatz verbannen und Deine kreativen Fähigkeiten beim Erstellen Deiner Blog-Posts erweitern.

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7. Vielleicht/Möglicherweise/Immer

Deine Leser lernen von Dir. Wenn Du als Autorität in Deiner Branche angesehen werden willst, dann stell Nachforschungen an und präsentiere eine fundierte Meinung.

„Vielleicht“ und „möglicherweise“ gehören nicht zu einem prägnanten und entschiedenen Schreibstil. Dein Publikum liest nicht gern langatmige Ausschweifunge. Verbanne diese Wörter daher aus Deinen Texten. Lass mich Dir an einem Beispiel zeigen, wie Du die fraglichen Elemente aus Deinen Blog-Posts entfernen kannst.

Original: Vielleicht ist das SEO in 5 Jahren noch immer für den Aufbau von Webseiten-Traffic relevant.

Alternative: SEO wird in den nächsten 5 Jahren nicht verschwinden. Die Grenzen der sozialen Netzwerke und SEO werden lediglich verschwimmen.

Du wirst feststellen, dass das Entfernen dieser Wörter aus einem Satz seine Klarheit oft wiederherstellt und Du dadurch sogar selbstbewusster klingst.

Original: Möglicherweise kann das Blogging Deinem Unternehmen dabei helfen, mehr Leads und Abonnenten zu gewinnen.

Alternative: Das Blogging kann Deinem Unternehmen dabei helfen, mehr Leads und Abonnenten zu gewinnen.

„Immer“ befindet sich am anderen Ende des Spektrums. In den meisten Fällen ist es zu aggressive und übertrieben, um Dein Argument zu präsentieren. Anstatt also herauszufinden, unter welchen speziellen Umständen ein Ereignis eintritt, hast Du den einfachen Weg eingeschlagen und „immer“ verwendet.

Ausnahmen bilden eben die Regel. Dementsprechend ist auch das Wort „niemals“ gefährlich und kann Dich ignorant erscheinen lassen. Lass mich Dir ein Beispiel zeigen.

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Original: Steh immer um 5 Uhr morgens auf und fang mit dem Schreiben an.

Alternative: Für viele Verfasser ist morgens die beste Zeit, ihre Arbeit zu beginnen. Es ist ein guter Anfang, wenn Du die Tageszeit, zu der Du am produktivsten bist, herausfinden willst.

 

8. Einfach/Buchstäblich

Keines dieser Füllwörter bietet einen Mehrwert.

Wenn Du das Wort „einfach“ entfernst, machst Du Deinen Text in den meisten Fällen kürzer, ohne dabei die Bedeutung des Satzes zu beeinträchtigen. Oft wird dieses Wort verwendet, um Anforderungen zu schwächen, doch das beeinflusst Deine Glaubwürdigkeit auf negative Art und Weise und untergräbt Deine Botschaft. Hier ist ein Beispiel.

Original: Veröffentliche einfach 6 Monate lang jede Woche hochqualitative Inhalte. Du wirst sehen, wie sich der Traffic über Suchmaschinen erhöht.

Alternative: Veröffentliche ausnahmslos jede Woche hochqualitative Inhalte – nach 6 Monaten wirst die Früchte Deiner Bemühungen ernten und einen Anstieg des Traffics über Suchmaschinen feststellen.

Es sollte selbstverständlich sein, dass Du an Deine Argumente glaubst. Das musst Du nicht extra herausheben. Das Wort „wortwörtlich“, wird (oft auch falsch) in informellen Gesprächen verwendet. Besonders wenn Du in einer humorvollen Unterhaltung ernst genommen werden willst.

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Oft wird das Wort fälschlicherweise als Synonym für „wirklich“ oder „tatsächlich“ verwendet.

Die übermäßige Nutzung des Wortes, veranlasste den Koautor von “Parks and Recreation – Das Grünflächenamt’’, Michael Schur dazu, dem Charakter dieser NBC-Sitcom, Rob Lowes, eine Vorliebe für dieses Wort zu geben.

Original: Du musst wortwörtlich jeden Tag schreiben, wenn Du Deine kreativen Fähigkeiten verbessern willst.

Alternative: Schreib jeden Tag, um Deine kreativen Fähigkeiten zu verbessern.

 

2 Tools, die Dir helfen, Nachlässigkeiten in Deinen Blog-Posts zu vermeiden.

Hier habe ich die am häufigsten überbeanspruchten und schwächsten Wörter aufgelistet, die Dich davon abhalten, Deine Argumente aussagekräftig zu präsentieren. Doch es ist unmöglich, eine vollständige Liste zu erstellen (Die Liste von Jon Morrows mit 297 schwächlichen Wörtern ist wahrscheinlich die beste zum Thema).

Ich möchte einige Tools mit Dir teilen, die Dir helfen, Nachlässigkeiten zu vermeiden und Deine Marke nicht zu sabotieren.

1. Die Hemingway App – Ernest Hemingway war bekannt für seine kurzen Sätze und seine einfache Sprache. Diese übersichtliche App für die Textbearbeitung analysiert Deinen Blog-Post und hilft Dir, Deine Texte zu schreiben.

Wenn Du einen Absatz ins Tool eingibst, erscheinen Markierungen für:

  • Bessere einfachere Alternativen für schwache Wörter,
  • Fälle, in denen das Passiv verwendet wurde,
  • Schwer verständliche Sätze,
  • Eine Benotung der Lesbarkeit des Textes.

Hier ist die Analyse eines Textes aus meinem Leitfaden für Anfänger zum Online-Marketing.

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Du siehst, dass 6 Sätze als schwer verständlich eingestuft wurden und ich für die Lesbarkeit die Note 8 erhalten habe. Sobald Du die Sätze verbesserst, erhältst Du eine bessere Note. Es ist ein großartiges Tool, um wiederkehrende Fehler zu finden und sie zu beheben.

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2. Copyscape – Kopierte und neu veröffentlichte Inhalte Deiner Webseite kann in den Suchmaschinen-Ergebnissen höher platziert werden. Journeys by Design verlor sein Ranking aufgrund von Content-Duplikaten.

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Entdecke Copyscape – es ist ein großartiges Tool, um die Echtheit von Inhalten zu prüfen und eventuelle (gestohlene oder duplizierte) Plagiate, die im Web im Umlauf sind, zu finden.

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Fazit

Global Lingo fand heraus, dass 74% der Konsumenten auf die Qualität der Grammatik und Rechtschreibung auf der Webseite einer Marke achteten. 59% gaben sogar an, dass sie mit einem Unternehmen, dass Grammatik- oder Rechtschreibfehler macht, keine Geschäfte abschließen würden.

Deshalb ist es wichtig auf Deine Sprache, Wortwahl, Grammatik und Rechtschreibung zu achten. Such einen Blog-Post aus und durchsuche ihn nach den schwachen Wörtern, die ich in diesem Artikel aufgelistet haben. Du entdeckst wahrscheinlich einige Stellen, an denen diese Wörter Deine Argumente untergraben.

Ich empfehle Dir, diese überflüssigen Wörter aus Deinen Artikeln zu entfernen. Es ist jedoch wichtig, den Kontext, in dem ich diese Worte erwähnt habe, zu verstehen. Du wirst feststellen, dass die gelegentliche Verwendung dieser Wörter Deinen Stil nicht einschränkt. Es kommt immer auf die jeweilige Situation an.

Jetzt bist Du dran. Welches Wort benutzt Du zu häufig? Gibt es vage Ausdrücke, die Dir häufiger auffallen als andere? Teil sie mit mir in den Kommentaren.

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